Krankheitsbilder

Aus der Vielzahl an Erkrankungen des Ohres möchten wir Ihnen die häufigsten hier vorstellen.

Außenohrentzündung

Die Außenohrentzündung wird meistens von Bakterien oder Pilzen hervorgerufen, dabei ist der äußere Gehörgang des Ohres oder der Knorpel der Ohrmuschel entzündet. Bei einem Ohrfurunkel kommt es zu Entzündungen von Haarfollikeln im Gehörgang. Die Entzündungen werden durch Hautbakterien verursacht. Bei Eiteransammlung ist die chirurgische Entlastung nötig

Oft klagt der Patient über Ohrenschmerzen (Otalgie), eine einseitige Verminderung des Hörvermögens, Schwindel, Otorrhoe (laufendes Ohr), Fieber.

Der äußere Gehörgang zeigt sich bei der klinischen Untersuchung schmerzhaft, gerötet, entzündet, eingeengt, manchmal eitrig oder mit Pilzhefen belegt.

Die Therapie ist meistens lokal mit Salbenstreifen.


Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung oder auch „Otitis media“ genannt, wird akut durch Bakterien oder Viren hervorgerufen, dabei ist die Schleimhaut der Paukenhöhle von einer Entzündung betroffen. Auch durch Kinderkrankheiten –Mumps, Masern, Röteln- kann es zu einer Mittelohrentzündung kommen, die, falls unbehandelt, zu bleibenden Schäden führen kann.

Eine Entzündung die über 3 Wochen anhält, ist eine chronische Entzündung. Hier ist oft eine operative Sanierung oder ein Trommelfellverschluss nötig.

Symptome sind Ohrenschmerzen (Otalgie), eine einseitige Verminderung des Hörvermögens, Otorrhoe (laufendes Ohr), Schwindel, Tinnitus, Fieber und Abgeschlagenheit.

Bei einer akuten Mittelohrentzündung tritt die Entzündung und Flüssigkeitsansammlung hinter dem Trommelfell plötzlich auf, was starke Schmerzen verursacht. Eine häufige Begleiterscheinung einer akuten Otitis media, insbesondere einer, die nicht rechtzeitig therapiert wurde, ist ein Riss des Trommelfells, was zum Abfluss der Flüssigkeit und zur Linderung der Schmerzen führt. Dies ist häufig der „natürliche Verlauf“ einer Otitis media. Unbehandelt können aber auch lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, deswegen ist eine Arztvorstellung empfohlen.

Eine weitere Ursache für den Hörverlust ist der Paukenerguss, eine langsame Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr, der oft bei Kindern auftritt.

Die Therapie einer akuten Otitis media ist meistens medikamentös und lokal. Nur im Falle von Komplikationen ist ein stationärer Aufenthalt mit oder ohne operativen Eingriff nötig.


Cholesteatom (Knocheneiterung)

Das Cholesteatom oder die Knocheneiterung ist eine Art von chronischer Entzündung im Mittelohr. Es kann in jedem Alter auftreten und ist meistens mit einer schlechten Belüftung des Mittelohres verbunden.

Typisch sind Ohrenlaufen und Hörminderung auf dem betroffenen Ohr, die über 3 Wochen anhalten. Schmerzen treten selten auf. Weitere Symtpome wie Schwindel oder Tinnitus können auf eine Komplikation hindeuten.

Die Knocheneiterung kann sich auf die Pauke begrenzen oder in den Knochen hinter dem Ohr (das Mastoid) ausbreiten. Die Therapie ist die operative Sanierung bis in den gesunden Knochen, die Ausdehnung der Operation hängt von der Ausdehnung des Cholesteatoms ab. Die Operation hat als Zweck die Ohrsanierung und weniger die Hörverbesserung.

Häufig muss man nach einem Jahr eine operative Kontrolle des Mittelohres durchführen, hiermit kann man auch eine Hörverbesserung bei entzündungsfreien Verhältnissen durchführen.

Eine regelmäßige Kontrolle beim HNO-Arzt ist nach jeder Operation empfohlen.


Otosklerose

Die Otosklerose ist meistens eine vererbte Erkrankung, die öfters bei Frauen im mittleren Alter auftritt. Dabei ist das letzte Knöchelchen der Mittelohrkette, der Stapes oder Steigbügel, fest mit der ovalen Nische verwachsen und der Schall kann nicht mehr verstärkt an die Flüssigkeit des Innenohres übertragen werden.

Die Patienten haben meistens eine Schallleitungsstörung, in Fällen mit Befall des Innenohres sogar eine kombinierte Schwerhörigkeit.

Schmerzen oder laufendes Ohr treten nicht auf.

Die Therapie ist der operative Austausch des Knöchelchens mit einer Titanprothese. Diese Operation wird Stapesplastik genannt.


Hörsturz

Man spricht von einem Hörsturz, wenn plötzlich, ohne erkennbare Ursache, eine einseitige sensorineurale Schwerhörigkeit auftritt. Schwindel und Tinnitus können begleitend sein, treten aber nicht immer auf.

Im Falle eines Hörsturzes wird jedoch nicht gleich ein Hörgerät gebraucht. Bei etwa der Hälfte der Fälle bildet sich die Hörminderung in den ersten 24 Stunden spontan zurück. Ein Arzt sollte so früh wie möglich aufgesucht werden, am besten in den ersten 24 Stunden nach Einsetzen der akuten Hörminderung. Oft werden entzündungshemmende Medikamente (z.B. Cortison) angewendet, um den Hörsturz zu behandeln.
Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.

40- bis 50-Jährige sind am meisten betroffen. Pro Jahr erleidet etwa einer von tausend Deutschen einen Hörsturz.


Tinnitus

Der Tinnitus ist ein subjektives oder objektives Auftreten von Ohrgeräusch, dauerhaft oder intermittierend, oft als Brummen, Pfeifen oder Rauschen beschrieben. Die Geräusche können eine starke psychische Belastung auslösen.

Wird die Wahrnehmung über die Geräusche getäuscht, spricht man von einem subjektiven Tinnitus. Nur der Betroffene selbst kann die Geräusche hören.

Lässt sich jedoch der Ton von der untersuchenden Person wahrnehmen, spricht man von einem objektiven Tinnitus.

Oft verschwindet der Tinnitus nach kurzer Zeit wieder. Verschwinden die Ohrgeräusche auch nach ein paar Stunden nicht, spricht man von einem akuten Tinnitus. Liegt der Krankheitsbeginn länger als drei Monate zurück, liegt ein chronischer Tinnitus vor. Der chronische Tinnitus ist dauerhaft und mit Therapie nicht mehr zu beseitigen. Jedoch kann eine Tinnitusretrainingstherapie (TRT) oder besondere Verhaltensmaßnahmen die Wahrnehmung in dem Sinne verbessern, dass der Tinnitus „überhört“ und nicht mehr als störend empfunden wird.

Patienten klagen oft nach Lärmexposition oder auch begleitend im Falle von anderen Formen von Innenohrschwerhörigkeit über Tinnitus. Dies ist ein otogener, also vom Ohr kommender Tinnitus. Meistens stimmt die Frequenz und Intensität des Tinnitus mit der der Hörminderung überein. Auch internistische Erkrankungen, neurologische Schäden, Halswirbelsäule-Problematiken oder psychische Belastungen können von Tinnitus begleitet sein. In diesem Fall liegt die Diagnose und Therapie in dem entsprechenden Fachgebiet.


Akustikusneurinom

Das Akustikusneurinom ist ein seltener, gutartiger Tumor mit einer langsamen Wachstumsrate, situiert im inneren Gehörgang oder Kleinhirnbrückenwinkel.

Meistens handelt es sich um ein Vestibularisschwannom und das erste Symptom ist Schwindel, gefolgt von Hörminderung und Tinnitus. Drei Therapieoptionen je nach Größe und Beschwerden sind beschrieben: Überwachen und Abwarten, Operation oder Bestrahlung.

Morbus Menière

Die Menière-Krankheit oder Morbus Menière ist eine Störung des Innenohrs. Symptome sind unvermittelte, spontane Schübe von Drehschwindel, Tinnitus (Rauschen) und Verminderung der Hörfähigkeit charakteristisch in den tiefen Frequenzen.


Der Arzt Prosper Menière beschrieb die Krankheit, die seinen Namen trägt, im 19. Jahrhundert.

Das Leben mit der Menière-Krankheit kann sehr belastend sein, denn die Symptome können ohne Vorwarnung auftreten. Dazu gehören eine Verminderung der Hörfähigkeit, meist charakteristisch in den tiefen Tönen, Druckgefühl im Ohr, Ohrensausen und Drehschwindel, der Minuten oder auch bis zu 2 Stunden anhalten kann. Nach vielen wiederholten Attacken erholt sich die Hörminderung nicht mehr. Auch die hohen Frequenzen werden beeinträchtigt, so dass oft ein Hörgerät und in fortgeschrittenen Stadien sogar ein Cochlea-Implantat zur Rehabilitation des Hörvermögens notwendig ist. Die genaue Ursache für Morbus Menière ist noch nicht bekannt. Man vermutet mehrere verschiedene Krankheiten, somit mehrere mögliche Ursachen, mit dem gleichen Erscheinungsbild.

Lagerungsschwindel

Schwindel wird als falsche Bewegungsempfindung der Umwelt oder des Patienten definiert. Beim Lagerungsschwindel handelt es sich um kurze (1 Minute) Attacken von Drehschwindel, Übelkeit oder Erbrechen beim Hinlegen oder Umdrehen im Bett.

Die Krankheit tritt meistens um die 6. Lebensdekade, häufiger bei Männern auf. Die Ursache ist nicht bekannt, jedoch der Mechanismus. Kleine Kristalle lösen sich aus dem Utrikulus ab und schwimmen frei in der Flüssigkeit der Bogengänge, was die Haarsinneszellen, die Rezeptoren, reizt. Solange sich diese Kristalle bewegen, melden diese dann eine falsche Körperbewegung.

Die Therapie besteht aus Lagerungsmanövern, die die Kristalle zurück in den Urtikulus führen sollen.


Neuropathia vestibularis

Meistens im Rahmen eines viralen Infekts, kann der Gleichgewichtsnerv mitbetroffen sein und ausfallen.

Das Gleichgewichtsorgan ist somit ausgeschaltet und erholt sich meistens auch nicht mehr. Heftiger Drehschwindel, Übelkeit, Erbrechen, Fallneigung zur betroffenen Seite sind meistens tagelang andauernd. Der Patient ist in dieser Phase nicht mobil, Gang und Stand sind häufig nicht möglich. Die Therapie ist nur unterstützend mit Cortison als Entzündungshemmer, Antiemetika und Beruhigungsmittel. Nach etwa drei Tagen kann der Patient meistens wieder mit Schwierigkeiten gehen. Die Mobilisierung ist gewünscht, weil das die Kompensation durch das andere Gleichgewichtsorgan fördert.

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Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Stark, Chefarzt